Russland aus meiner Sicht

Ein Fazit nach 14 Jahren

Meine Bekanntschaft mit Russland begann 2005 mit jährlichen Aufenthalten von drei bis fünf Monaten, die bis 2014 andauerten. Seitdem lebe ich seit über sieben Jahren dauerhaft dort und bereue meine Entscheidung nicht. Der Anreiz war

nicht die Stadt Moskau, sondern die Menschen, die ich kennenlernen durfte und die mich weiterhin begeistern. Das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, erinnerte mich an Zeiten in der DDR, das nach der Wende verschwand. In Russland habe ich wieder etwas gefunden, das mir in der Heimat abhandengekommen war. Deutsche

genießen dort ein bestimmtes Ansehen, das man jedoch durch Kompetenz untermauern sollte. Wer handwerkliche Talente besitzt und diese einsetzt, muss sich um ein sicheres Einkommen kaum sorgen. Ein deutscher Elektriker, der in Moskau ein Inserat schaltete, sah eine so hohe Nachfrage, dass sein Urlaub zu einer freiberuflichen Tätigkeit wurde. Es gibt auch negative

Beispiele, etwa wenn man in wettbewerbsintensive Branchen wie Lebensmittel oder Gastgewerbe einsteigen will. Hier sind starke einheimische Partner nötig, um dem Druck standzuhalten. Russland wirkt aus meiner Sicht sehr freiheitlich. Es gibt kaum unnötige Abgaben oder

Versicherungen, was den finanziellen Spielraum vergrößert. Man kann Land kaufen und damit tun, was man will. Auch ein Waffenschein ist leicht zu erhalten, sodass man halbautomatische Waffen kaufen kann. Spontanes Camping, Grillen oder Angeln am See sind problemlos möglich, ohne dass jemand einem im Weg steht. Es gibt nur wenige Vorschriften, die den individuellen Freiraum einschränken. Wer in der BRD gelebt hat, wird den Unterschied schnell bemerken. Trotz

der negativen Aspekte kann ich mir eine Rückkehr in die BRD nicht mehr vorstellen. Wer das entschleunigte Leben erlebt hat, empfindet die Freiheit im Westen Europas oft als unangenehm. Wer es nicht glaubt, kann es bei einem Urlaub in Russland selbst prüfen.

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Meine Empfehlung

richtig ankommen

Es wird nicht empfohlen, nach Russland auszuwandern, ohne das Land zuvor kennengelernt zu haben. Man sollte die Region, in der man später leben möchte, bereits zwei- oder dreimal besucht haben. Die Kosten dafür sind relativ gering, hängen aber von der gewählten Reiseroute ab.


Stellen Sie Beziehungen zu lokalen Bewohnern oder anderen Migranten her, um wertvolle Ratschläge und Erkenntnisse zu gewinnen. Bei Ihren Erkundungen sollten Sie sich weniger auf touristische Highlights konzentrieren, sondern eher den Alltag in städtischen und ländlichen Gebieten beobachten. Selbst wenn Ihr Russisch noch nicht perfekt ist, sollten Sie versuchen, die Wörter, die Sie bereits kennen, aktiv anzuwenden. Sie werden überrascht sein, wie positiv sich dies auf die Interaktion auswirkt.


Seien Sie nach Ihrer Ankunft in Russland handlungsbereit und nutzen Sie die vorhandene Dynamik, um eine passende Anstellung zu finden oder ein Unternehmen aufzubauen. Viele Migranten machen den Fehler, nach der Ankunft die Initiative zu verlieren und in eine passive Phase zu verfallen. Ihre Umgebung wird dies wahrnehmen und entsprechend deuten. Suchen Sie das Gespräch mit neuen Nachbarn und stellen Sie sich vor (es ist üblich, kleine Mitbringsel mitzubringen). Wenn die Sympathie stimmt, kann daraus eine stabile Beziehung entstehen.


Nehmen Sie an Feiertagen und Veranstaltungen teil, insbesondere im beruflichen Umfeld. Wenn es Ihre Umstände erlauben, laden Sie Nachbarn und Kollegen zu sich ein. So lösen Sie die anfängliche Zurückhaltung auf und können im Gegenzug ebenfalls zu Veranstaltungen eingeladen werden. Auf diese Weise stärken Sie das gegenseitige Vertrauen und reduzieren mögliche Vorbehalte, die durchaus bestehen können!


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